Empty Chairs in Lecture Room_edited.png

FRANZÖSISCHE UND SPANISCHE
LITERATUR-/ KULTURWISSENSCHAFT

 

AKTUELLES

Brüchige Ehen.png

INTERNATIONALE TAGUNG.

BRÜCHIGE EHEN. ALTERNATIVE KONZEPTUALISIERUNGEN PARTNERSCHAFTLICHER SOZIALITÄT IN DER ROMANIA UM 1900

Die Ehe stellt das Sozialmodell par excellence der bürgerlichen Moderne dar. Mit der Integration von Liebe, Freundschaft und Sexualität schafft sie den Brücken­schlag zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, sie integriert individuelle Sehn­süchte und soziale Verpflichtungen, Intimität und gesellschaftliche Kohäsion, Flüchtigkeit und Dauerhaftigkeit, Ektase und Institutionalisierung, Gleichheit und patriarchalischer Hierarchie und korrespondiert damit in besonderer Weise mit den Werten, Normen und Herausforderungen der westlichen Gesellschaften des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Doch so prädestiniert sich die Ehe auf den ersten Blick hinsichtlich der Absorption der politischen, wirtschaft­lichen, sozialen und kulturellen Bedingungen und Bedürfnisse der bürgerlichen Moderne erweist, so sehr steht sie auch in der Kritik. Die Tagung analysiert die diskursiven Infragestellungen der Ehe in kulturellen Artefakten von 1870 bis 1930 aus kultur- und literaturwissenschaftlicher Perspektive als Indikatoren der Verhandlung der wertmäßigen Parameter des gesellschaftlichen Miteinanders in der bürgerlichen Moderne der Romania.

02_Teresa_Hiergeist_Benjamin_Loy_Lendemains_2021_181 1.jpg

NEUERSCHEINUNG.

SPECTRES DE L'INSURRECTION.

LES 100 ANS DE LA COMMUNE DE PARIS

Die Pariser Kommune hat eine bis in die Gegenwart reichende (welt-)politische und symbolische Strahlkraft entfaltet. Als eines der wenigen Beispiele der temporären Verwirklichung einer direkten Demokratie innerhalb Europas wurde sie von Marx als „ruhmvoller Vorbote einer neuen Gesellschaft“ gefeiert und fungiert bis heute als Reservoir kommunitaristischer Imaginarien und Utopien. Zugleich generierten das konsequente, bisweilen gewaltsame Vorgehen gegen die Ordnung des Second Empire und die Kirche Ängste vor der Erosion der bürgerlichen Gesellschaft durch die „Diktatur des Proletariats“. Aus dieser Divergenz heraus ist es zu erklären, warum die Pariser Kommune trotz ihrer bis heute bestimmenden politischen Maßnahmen (wie der Einführung einer unentgeltlichen Schulbildung und des Wechsels zur Republik) in Frankreichs kulturellem Gedächtnis stets umstritten geblieben ist.